„Vertreibung aus dem Paradies“

Noch verschlafen krieche ich aus dem Zelt und erblicke einen Gaucho, der gerade mit seinem Pferd und mehreren Hunden zum Tor eintritt. Ich gehe auf ihn zu und frage, ob er der Postero sei. „Si, Tito mi nombre.“ Die hellblauen Augen des kleinen Mannes blitzen mich unfreundlich an. Ich erkläre, so gut ich kann, warum wir hier sind und die Situation von Söckchens Bein. Er hört sich meine Geschichte an und fordert uns auf, sein Puesto sofort zu verlassen. Mittlerweile steht Roland neben uns. Mit seinem wesentlich besseren Spanischkenntnisen erläutert der dem Postero nochmal unsere Lage. Ja, er versteht uns. Doch im Puesto können wir nicht länger bleiben. Am Montag, auf dem Rückweg vom unserer Einkaufstour haben wir an seinem Haus angehalten, um nach einer Erlaubnis zum Bleiben zu fragen. Es war niemand zu Hause. Ein glücklicher Umstand, wie sich heute zeigt. Als er geht, läuft Roland ihm nach, um vielleicht doch noch einen Tag herauszuschinden, da es heute schon spät ist. Alles Bitten hilft nichts. Die stahlblauen Augen bleiben hart. Nun ist guter Rat teuer. Weiter in die Berge können wir mit Söckchen nicht klettern, und auf dem Weg zurück gab es kein Futter. Wir bekommen von Titos Chef, der gerade heute am Puesto die Zaunbauarbeiten begutachtet, einen Tag Galgenfrist. Dann müssen wir diesen wunderschönen Ort, der für uns gleichzeitig Fluch und Segen war, verlassen. Wir steigen erst einmal zurück ins Tal ab. Das Grundstück mit dem Pferdehänger kommt mir in den Sinn. Das steuern wir morgen an.

 

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