Steppe – ich werde unruhig und ein bissel Melancholie

Wir verlassen unser sumpfiges Nachtlager und folgen dem staubigen Callejon durch die Estepa in Richtung Trevelin. Durch ein Tor ohne Verschluss können wir eine üppige Wasserstelle einer Estancia nutzen. Unsere kurze Rast im privaten Gelände bleibt nicht unbemerkt. Ein Pickup folgt uns, als wir das Gelände schon verlassen haben. Ein gut gelauntes, junges Farmerpaar hält an. Roland erklärt unser Eindringen. Kein Problem, man wünscht uns gute Weiterreise.

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Ein Wasserloch löscht den Durst

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Der Callejon nach Trevelin

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Der Callejon nach Trevelin

Der kleine fruchtbare Streifen quert den Callejon und versorgt außerhalb des Zauns die fünf Meter rechts und links der Piste mit Wasser. Dadurch wächst üppiges Gras, das keiner abgefressen hat. Suerte para nosotros. Fresspause für unsere drei und uns.

Als wir Stunden später eine Estancia mit mäßig gutem Futter rechts liegen lassen, werde ich unruhig. Wer weiß, ob wir eine solche Gelegenheit vor dem Dunkelwerden wieder finden? Unbeirrt läuft Roland weiter. Wie jeden Abend vertraue ich und folge ihm. Immer hat er einen guten Platz gefunden. An diesem Abend nimmt uns Vicente auf der Estancia La Primavera auf. Ihr seid meine Gäste, ruft er uns in perfektem Englisch zu. Wir können duschen und kochen gemeinsam. Doch vorher hat Roland für unsere drei einen Fardo organisiert – vom Nachbarn, der kurz darauf angeliefert wird. Wir entlassen drei satte Pferde auf die große Estepa-Koppel und erzählen lange mit Vicente. Der ungewöhnliche junge Mann hat Tourismus studiert und als er das Campo geerbt hat, sich für das Gaucholeben entschieden, von dem er uns vorschwärmt. Er verehrt die alte Tradition. „Früher“, erzählt er begeistert, als hätte er es selbst noch erlebt, „wurde in Patagonien jedem Reisenden die Tür geöffnet , er und seine Pferde wurden versorgt, weil er darauf angewiesen war. Kein Tor war verschlossen. Heute gibt es viele fremde Landbesitzer in Patagonien, die Estancien werden abgeschlossen und die Tradition verfällt“, klagt er. Er ist traurig, dass so viel patagonisches Land an Ausländer verkauft wird. Ein Abend mit spannenden Einblicken in die Gedanken und Wünsche eines jungen Argentiniers geht spät zu Ende.

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Unser Gastgeber Vicent

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Vicente probiert Trueno

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Danke Vicente!

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